YOGA-GLOSSAR UND -INDEX
AUSGEWÄHLTE BEGRIFFE UND SCHLÜSSELWÖRTER
YAMA
Yama (Sanskrit, yama, Enthaltung, Selbstkontrolle) ist die erste Stufe des Raja YOGA (bzw. Ashtanga YOGA oder Kriya YOGA) nach Patanjali und stellt eine Art Verhaltenskodex dar. Die weiteren sieben Stufen des Raja YOGA sind Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
Es werden insgesamt fünf Yamas beschrieben: Ahimsa, Satya, Asteya, Brahmacharya und Aprigraha. Sie sind Bestandteil des Sadharana Dharmas, allgemeine Verhaltensregeln der Hindus.

NIYAMA
Niyama (Sanskrit, niyama, Verhaltensregel, Einschränkung) ist die zweite Stufe des Raja YOGA (bzw. Ashtanga YOGA oder Kriya YOGA) nach Patanjali und stellt eine Art Verhaltenskodex dar. Die anderen sieben Stufen des Raja YOGA sind Yama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
Es werden insgesamt fünf Niyamas beschrieben: Shauca, Samtosha, Tapas, Svadhyaya und Ishvarapranidhana.

ASANAS
Als Asanas (Sanskrit, āsana, „der Sitz“) werden überwiegend statisch ausgeführte körperliche Übungen, also Körperhaltungen im YOGA (besonders im Hatha YOGA) bezeichnet. Asana ist die dritte Stufe des Raja YOGA (bzw. Ashtanga YOGA oder Kriya YOGA) nach Patanjali. Die anderen sieben Stufen des Raja YOGA sind Yama, Niyama, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
YOGA und die Asanas sind Erfahrungsweisheiten, bei denen es viel mehr auf die Praxis ankommt als darauf, die unterschiedlichen Wirkungen zu benennen. Eine der beabsichtigen Wirkungen ist das zur Ruhe bringen des Gedankenflusses. Das kann besser gelingen, wenn während des Übens nicht mehr als nötig gesprochen wird. Die Asanas symbolisieren ein „Geschehenlassen“ – das Gegenteil zur üblichen Gymnastik, die auch gesund, meistens aber leistungsorientiert ist. Im YOGA geht es grundsätzlich nicht um Leistung, Erreichenwollen und Erfolge („YOGA ist kein Wettbewerb“). Die perfekte äußerliche Form eines Asanas zu erreichen, ist weniger wichtig, als eine spirituelle Qualität zu erleben. (Beispielsweise zu spüren, "ich bin so in Ordnung" und kann statt belastender Gedanken meine Mitte einbalancieren.) Die YOGAschüler sollten idealerweise ganz bei sich sein, evtl. sogar die Augen schließen und sich nicht mit anderen vergleichen.
Beispiele für Asanas:
Vrkshasana (Baumhaltung), Sarvangasana (Schulterstand/Kerze), Halasana (Pflug), Matsyasana (Fisch), Paschimothanasana (Vorbeuge), Bhujangasana (Kobra), Shalabhasana (Heuschrecke), Dhanurasana (Bogen), Ardha Matsyendrasana (Drehsitz), Pada Hasthasana (Kopf-Fuß-Stellung), Trikonasana (Dreieck), Virabhadrasana (Heldenhaltung), Adho Mukha Svanasana (Nach unten schauender Hund/Dachstellung), Shirshasana (Kopfstand), Shavasana (Totenstellung/Entspannungslage)

PRANAYAMA
Pranayama (Sanskrit, prāṇāyāma) ist das vierte Glied des Raja YOGA (bzw. Ashtanga YOGA oder Kriya YOGA) nach den YOGA-Sutras von Patanjali und bezeichnet die Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen. Die weiteren sieben Stufen des Raja YOGA sind Yama, Niyama, Asana, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
„Prana“ ist eine Bezeichnung für die Lebensenergie (vergleiche auch Qi); „Ayama“ kann mit „kontrollieren“ oder auch mit „erweitern“ übersetzt werden. Der Begriff „Pranayama“ bezeichnet also die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben. Da die Atmung Träger der Lebensenergie ist, kann man Prana auch mit „Atem“ übersetzen - im ursprünglichen Gebrauch hat der Begriff jedoch ein größeres Bedeutungsspektrum. Eine fortdauernde Konzentration auf die Vorgänge der Atmung und bewusst ausgeführte Atemtechniken können die Prozesse des Bewusstseins beeinflussen. Ähnliche Effekte werden auch bei zahlreichen Meditations- und Entspannungstechniken beobachtet.

PRATYAHARA
Pratyahara ist der fünfte Aspekt der acht Stufen des Ashtanga YOGA oder Raja YOGA (achtgliedriges YOGA), wie dies von Patanjali in einem der ältesten überlieferten Werke über YOGA, dem YOGA-Sutra beschrieben wurde. Es folgt auf das Pranayama (4. Stufe, die Beherrschung des Atems) und führt zum Dharana (6. Stufe, Konzentration) und Dhyana (Meditation). Es geht um die Disziplinierung der Sinne (Indriya, "Fühler"), wie Geschmack, Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und des Geistes durch ein Sich-nach-innen-richten.
Durch diese Internalisierung des Bewusstseins sollen Sinneseindrücke allgemein bewusster und kontrollierbarer werden. Durch regelmäßiges Üben wird so die Durchführung weiterer Stufen erleichtert. Es handelt sich aber nicht um eine Beschränkung der Sinne, im Gegenteil soll der Geist zur Wahrnehmung von Feinheiten geschult werden, die den Sinnen sonst verborgen blieben.
Auf fortgeschrittenem Niveau wird auch gelehrt, wie die Aktivität der unwillkürlichen Muskulatur beeinflusst werden kann. Diese Techniken gehen fließend in das Pranayama über. Eine andere Technik des Pratyahara ist die Konzentration auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, das Ajna-Chakra (drittes Auge).

DHARANA
Dharana (Sanskrit, dhāraṇā, von dhri, unterstützen, tragen, halten) bedeutet Konzentration und ist im indischen Raja YOGA die 6. Stufe von Patanjalis achtgliedrigem Pfad. Der Übende richtet dabei seine Aufmerksamkeit auf einen Punkt im Körper, ein Mantra oder etwas Transzendentales wie die Leere, einen Gott oder einen seiner Aspekte. Steht am Anfang die Fokussierung auf ein bestimmtes Objekt (Subjekt-Objekt-Spaltung) im Vordergrund, so soll durch intensives Üben das reflektierende Denken zeitweise ausgeschaltet und so eine Ganzheitserfahrung möglich werden.
Im Gegensatz zur 7. Stufe, dem Dhyana (Meditation), ist Dharana mit willentlicher Anstrengung verbunden. Dharana, dhyana und samadhi werden von Patanjali auch als der innere Kern des YOGA (Vers IIIB, 7) oder als Samyama („Sammlung“) bezeichnet.

DHYANA
Dhyana (Sanskrit, dhyāna, Meditation) bezeichnet in der indischen YOGA-Philosophie die höheren Bewusstseinszustände der Meditation oder der Versenkung. Der Begriff ist beispielsweise in der Bhagavad Gita und in den YOGA-Sutras des Patanjali zu finden. Dhyana ist die 7. Stufe des Raja YOGA und folgt auf Pratyahara und Dharana. Ursprünglich entstammt der Begriff dem Buddhismus (Jhana) und gelangte über diesen zuerst in die indische Vedanta-Philosophie. Nach Verbreitung des Buddhismus in China wurde daraus das chinesische „Chan“, was dann später im Japanischen zu „Zen“, in Korea „Seon“ und in Vietnam „Thien“ wurde. Auf Tibetisch heißt Dhyana „bsam gtan“.
Dhyana lässt sich als ein Erfahrungsakt der reinen Beobachtung beschreiben, bei der das menschliche Ego und seine Gedanken keine Rolle mehr spielen. Voraussetzung dafür ist, dass der Meditierende seine geistige Energie über lange Zeit fokussieren kann, ohne abgelenkt zu werden. Durch die Konzentration dieser Energie kommt es zum Erleben der Integration - die Person löst sich auf und der Zustand der Zeitlosigkeit und der kosmischen Verbundenheit durch Liebe wird erfahrbar.

SAMADHI
Samadhi (Sanskrit, samādhi, „Versenkung“, „Sammlung“, wörtlich „Fixieren, Festmachen, Aufmerksamkeit auf etwas richten“) bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht und in dem das diskursive Denken aufhört. Es ist ein völliges Aufgehen in dem Objekt, über das meditiert wurde. Es gibt verschiedene Samadhi-Stufen.

MEDITATION
Meditation (lat. meditatio = „Ausrichtung zur Mitte“ von lateinisch medius: „mittlerer“, n. medium: „die Mitte“; auch in der Bedeutung „das Nachdenken über“) ist eine in vielen Religionen und Kulturen geübte spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. In östlichen Kulturen gilt sie als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung. Die angestrebten Bewusstseinszustände werden, je nach Tradition, unterschiedlich und oft mit Begriffen wie Stille, Leere, Panorama-Bewusstsein, Eins-Sein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein beschrieben.

QUELLE: WIKIPEDIA.de

