YOGA-STILE UND -VARIANTEN
EIN KLEINER AUSZUG AUS DEN VIELFÄLTIGEN VARIANTEN UND STILEN
YOGA
YOGA oder eingedeutscht Joga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen wie Yama, Niyama, Asanas, Pranayama, Pratyahara, Kriyas, Meditation und Askese umfasst. Der Begriff YOGA kann sowohl „Vereinigung“ oder „Integration“ bedeuten, als auch im Sinne von „Anschirren“ und „Anspannen“ des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration, bzw. zum Einswerden mit Gott verstanden werden. Da jeder Weg zur Gotteserkenntnis als YOGA bezeichnet werden kann, gibt es im Hinduismus zahlreiche Namen für die verschiedenen YOGA-Wege, die den jeweiligen Veranlagungen der nach Gotteserkenntnis Strebenden angepasst sind.

Hatha-YOGA (Sanskrit, haṭha YOGA, von hatha Kraft, Hartnäckigkeit, Unterdrückung) ist eine Form des YOGA, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen (Asanas), durch Atemübungen (Pranayama) und Meditation angestrebt wird. Hatha bedeutet Gewalt oder Kraft; damit soll die Anstrengung unterstrichen werden, die notwendig ist um das eigentliche Ziel zu erreichen. Weiter wird der Begriff als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien (heiß und kalt, männlich und weiblich, positiv und negativ, Sonne und Mond) gedeutet.
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KUNDALINI-YOGA
Kundalini-YOGA ist eine YOGA-Praxis, die besonders im Tantrismus eine wichtige Rolle spielt. Ähnliche Formen sind Laya-YOGA oder Tantra-YOGA. Auch im Sikhismus kennt man eine spezifische Form des Kundalini-YOGA, die von Yogi Bhajan in den Westen gebracht wurde. Ebenso spielt auch im Kriya-YOGA die Kundalini eine Rolle.
Shakta-Tantra und Kundalini-YOGA wurden zum ersten mal in der westlichen Kultur von Sir John Woodroffe unter dem Pseudonym „Arthur Avalon“ in dem Buch „The Serpent Power“ (1919) beschrieben.
Das Ziel des Kundalini-YOGA ist die Erweckung der Kundalini und ihr Aufsteigen durch die Chakren ins oberste Chakra, das Sahasrara, um Erleuchtung zu erfahren: denn im Tantra wird das als Erlangen oder Vereinigung mit Atman, dem kosmischen Bewusstsein (Shiva) mit der göttlichen Energie (Shakti) angesehen. Der Prozess der yogischen Praxis soll dazu dienen, die Nadis und die Chakren zu reinigen und letztere zu öffnen, damit die aufsteigende Kundalini nicht blockiert wird. Mit jedem Chakra sind nach der tantrischen Lehre ein bestimmter Bewusstseinszustand und bestimmte Siddhi assoziiert. Zur Praxis gehören Asana, Pranayama, Mudras, Mantras und Visualisierungen.
Das Aufsteigen der Kundalini soll schließlich zu Samadhi und Mukti führen, und es wird angenommen, dass beide nicht ohne die Erweckung der Kundalini möglich seien. Auch andere YOGAformen wie Bhakti-YOGA oder Raja-YOGA können nach den yogischen Lehren zum Aufstieg der Kundalini führen. Wichtig beim Erwecken der Kundalini ist nach diesen Lehren die Reinheit des Körpers, der Nadis, des Geistes und des Intellekts, so dass viele Methoden der vorbereitenden Reinigung dienen.
Im Hindu-Tantra werden viele Praktiken des Kundalini-YOGA nur an Eingeweihte weitergegeben.

ASHTANGA (VINYASA) YOGA
Ashtanga (Vinyasa) YOGA ist ein indisches Hatha-YOGA-System (hauptsächlich Asana (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemkontrolle)) in der Tradition von T. Krishnamacharya, das heute z. B. von Angehörigen der Familie von Krishna Pattabhi Jois im Ashtanga YOGA Nilaya oder von B.N.S. Iyengar in der Sri Patanjala YOGAshala (beide Schulen in Mysore, Indien) gelehrt wird. Es zählt zu den wichtigsten und ausgefeiltesten, aber auch schwierigsten Systemen des Hatha YOGA. Diese Methode des Ashtanga YOGA bedeutet u. a., den Atem zu synchronisieren mit sechs (in einer älteren, z. T. auch heute noch gebräuchlichen Zählweise: vier) festgelegten Serien von dynamisch ausgeführten YOGAstellungen. Unterrichtet wird meist nur die Erste Serie, "Roga Chikitsa" (Sanskrit für "Krankheitsbehandlung") oder sogar nur ein Teil davon. Viele modernen Hatha-YOGA-Stile (alle "dynamischen", "Power", "Vinyasa", "Flow" etc. Stile) leiten sich aus diesem YOGA ab.

IYANGAR-YOGA
Iyengar-YOGA ist eine YOGArichtung, die von B.K.S. Iyengar, geboren 1918, entwickelt wurde. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Übungspraxis erforschte er jede einzelne YOGAhaltung (Asana) in Bezug auf die korrekte Ausrichtung und Wirkung. Die Erfahrungen, die er mit seinem eigenen Körper machte, brachten Iyengar dazu, Hilfsmittel zu benutzen oder auch neu zu entwickeln, so genannte "props" wie rutschfeste Matten, Gurte, Klötze, Polster, Rückenbänke. Die Props ermöglichen den YOGA-Übenden, auch schwierigere Asanas einzunehmen bzw. einfach erscheinende Asanas genauer wahrzunehmen. Dementsprechend ist Iyengar-YOGA für sportliche Menschen genauso interessant wie für an Einschränkungen leidende Menschen. Letzteren hilft die YOGA-Therapie bei körperlichen wie auch psychischen Problemen. Die anspruchsvolle Asana-Praxis wird zusammen mit dem notwendigen philosophischen und anatomischen Wissen in einer 3-jährigen Ausbildung zum zertifizierten Iyengar-YOGA-Lehrer vermittelt.

BIKRAM-YOGA
Bikram YOGA ist eine Hatha-YOGA-Methode und wurde von dem indischen YOGAmeister Bikram Choudhury, Schüler von Bishnu Gosh (Bruder des Paramahansa YOGAnanda, Autobiography of a Yogi) entwickelt. Bikram Choudhury wurde 1946 in Kalkutta geboren [1].
Bikram YOGA ist eine markengeschützte Serie von 26 YOGA-Übungen, die in einem heißen Raum praktiziert werden (bei ca. 35-40 Grad Celsius). Allgemein ist Bikram YOGA als Hot YOGA bekannt und ist mit mittlerweile über 600 Schulen weltweit eine recht populäre YOGAart.
Die YOGA-Positionen sind fordernd, angeblich aber von Studenten jeden Fitness-Levels durchführbar. Es werden 26 Körperübungen (Asanas) und 2 Atemübungen (Pranayama) praktiziert. Der heiße Raum macht eine sichere Muskel- und Sehnenarbeit möglich und durch das Schwitzen soll der Körper entgiftet werden. Angeblich werden pro Übungsstunde (90 Minuten) mindestens 680 Kalorien verbrannt.

HORMON-YOGA
Hormon-YOGA ist eine Methode, bei der mit Hilfe von YOGA das endokrine weibliche Hormonsystem positiv beeinflusst werden soll. Sie wurde in den 1990er Jahren von der Brasilianerin Dinah Rodrigues entwickelt und wird bisher vorwiegend in Brasilien und im deutschsprachigen Raum angewandt. Es handelt sich hierbei um ein alternativmedizinisches therapeutisches Verfahren, welches mit dem allgemein anerkannten Wissensstand von Medizin und Pathophysiologie nicht übereinstimmt.
Die Übungen sind geschlechtsspezifisch; bisher haben nur die für Frauen bestimmten Übungen weitere Verbreitung gefunden. Rodrigues gibt an, dass bei einer mehrmonatigen täglichen Praxis deutliche Besserungen bei Wechseljahrsbeschwerden und prämenstruellem Syndrom (PMS) regelmäßig beobachtet werden. Sie dokumentiert angebliche Erfolge durch Fallberichte in ihrem Buch „Hormon-YOGA“. Unabhängige medizinische Studien zur Wirksamkeit liegen nicht vor.
Die Übungen stammen großenteils aus dem Kundalini-YOGA sowie aus dem von Mantak Chia entwickelten Tao-YOGA.
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QUELLE: WIKIPEDIA.de

